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Flipped Classroom – die Methodik, um andere Methodiken anzuwenden
Die Online-Veranstaltungen des EULiST-Netzwerks bieten Impulse zu innovativen Lehr- und Lernformaten direkt aus der Praxis. Lehrende aus den europäischen Partneruniversitäten teilen Ihre Erfahrungen und bieten die Möglichkeit zum virtuellen Austausch.
Machen Sie mit und gewinnen Sie neue Perspektiven für Ihre Lehre!
Eine Veranstaltungsreihe der europäischen Hochschulallianz "EULiST" unter Federführung der LUH und der .
Sie haben in Ihrer Lehre gute Erfahrungen mit innovativen Lehr- und Lernmethoden und/oder digitalen Tools gesammelt? Berichten Sie davon und tauschen Sie sich mit anderen Lehrenden des EULiST-Netzwerks aus. Wenn Sie sich als Referent*in engagieren möchten, melden Sie sich gerne bei uns. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
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Flipped Classroom – die Methodik, um andere Methodiken anzuwenden
Datum: Mittwoch, 24. Juni 2026 | 13.30–15.00 Uhr
Referent*in: Theodora C. Xenidou, NTUA
Thema: Was braucht es, um ein traditionelles Experimentierlabor, in dem man „dem Rezept folgt“, in eine echte Lernerfahrung zu verwandeln, die kritisches Denken, Eigenverantwortung und die Vorbereitung auf die Praxis fördert? In diesem Webinar werde ich die vollständige Neugestaltung des Labors für Fest-Flüssig-Extraktion an der Fakultät für Chemieingenieurwesen der NTUA vorstellen, eine Umgestaltung, die über Jahre hinweg in der Lehre erprobt und verfeinert wurde. Ich werde meinen Ansatz beschreiben, indem ich den Weg der Studierenden von der Vorbereitung vor dem Labor bis zur abschließenden mündlichen Bewertung nachzeichne und dabei die pädagogischen Innovationen in jeder Phase hervorhebe.
Der Lernprozess beginnt in der Vorbereitungsphase, in der ich ein Flipped-Classroom-Modell verwende. Die Studierenden absolvieren gezielte Quizfragen und werden dazu ermutigt, KI-Tools als Lernhilfen zu nutzen. Durch gezielte Fragen werden sie dazu angeregt, ihr eigenes Verständnis zu erklären, was die Grundlage für ein tieferes Engagement schafft.
Während des experimentellen Labors gibt es kein festes Rezept. Anstatt einem vorgegebenen Protokoll zu folgen, formulieren die Studierenden ihre eigenen Forschungsfragen (z. B. wie die Wahl des Lösungsmittels oder die Temperatur die Extraktionseffizienz beeinflusst) und entwerfen ihre eigene Versuchsanordnung. Ich führe sie durch sokratischen Dialog und Beispiele aus der Praxis und fordere sie auf, KI-generierte Vorhersagen mit dem physikalischen Verhalten der Extraktionsapparatur zu vergleichen. Sie gewinnen Selbstvertrauen, lernen, Probleme zu lösen, und erleben die Unsicherheit echter Forschung.
Während der Aufgabe nach dem Labor werden Bewertungsrubriken transparent gemacht und unter Berücksichtigung der KI-Fähigkeiten gemeinsam entworfen. Die Studierenden bereiten sich auf die mündliche Bewertung vor, indem sie Eingabeaufforderungen modifizieren, um mögliche Fragen zu generieren und zu kritisieren, wodurch KI von einer Abkürzung zu einem Denkpartner wird, der ihr kritisches Denken schärft.
Die Laborausbildung gipfelt in der mündlichen Bewertung, bei der die Studierenden ihre experimentellen Entscheidungen verteidigen und unerwartete Ergebnisse unter Befragung interpretieren. Dieser letzte Schritt zeigt, dass es beim Lernen im Labor nicht um das Auswendiglernen von Abläufen geht, sondern um logisches Denken und Entscheidungsfindung.
Dieses Webinar präsentiert einen reproduzierbaren Leitfaden zur Umgestaltung von Laborübungen in studierendenorientierte Lernerfahrungen. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in praktische Methoden zur Neugestaltung von Aufgaben, die sinnvolles Lernen fördern, Strategien zur Einbettung kritischen Denkens in den gesamten Laborprozess sowie ein flexibles Rahmenkonzept, das an verschiedene Fachbereiche angepasst werden kann.
Seien Sie dabei und entdecken Sie, wie ein durchdacht neu gestaltetes Labor Studierende befähigt, authentisches Engagement fördert und sie auf die Komplexität der realen Ingenieurspraxis vorbereiten kann.
Dieses Webinar ist unverzichtbar für Lehrende, Verwaltungsfachleute, Instructional Designer und alle, die sich leidenschaftlich für die Gestaltung der Zukunft der Hochschulbildung einsetzen.
Termin: Mittwoch, 07. Oktober 2026 | 13.30–15.00 Uhr
Referent*in: Prof. Dr. rer. nat. Jutta Papenbrock, Institut für Botanik
Thema: Botanikbegeisterte und alle, die es noch werden möchten, sind eingeladen, sich auf digitale Exkursionen durch verschiedene Pflanzenwelten zu begeben. Dieses Projekt hat sich zu einer offenen Bildungsressource (OER) entwickelt, die allen Interessierten kostenlosen Zugang zu Lern- und Lehrmaterialien bietet. Angeboten werden beispielsweise Erkundungen der Flora Neuseelands und der Halophyten der Salinas del Bebedero in Argentinien. Diese virtuellen Exkursionen ermöglichen es den Teilnehmenden, vielfältige Ökosysteme und Pflanzen weltweit bequem von zu Hause aus zu entdecken. Jede digitale Exkursion ist so konzipiert, dass sie durch detaillierte Anleitungen Orientierung bietet, um Neugier zu wecken und das botanische Verständnis zu vertiefen. Durch den Einsatz von Bildern, Videos und Leitfragen wird eine spannende Erkundung der botanischen Welt ermöglicht. Einblicke in die Motivation und Durchführung des Projekts werden geteilt und bieten praktische Ratschläge für die Erstellung digitaler Exkursionsformate sowie allgemein für OER-Materialien. Durch diese Reihe werden bewährte Praktiken in der digitalen botanischen Bildung hervorgehoben, mit dem Ziel, sowohl die Lehr- als auch die Lernerfahrungen zu verbessern.
Weitere Termine im Sommersemester folgen in Kürze.
Termin: Mittwoch, 29. Oktober 2025 | 13.30–14.30 Uhr
Referent*in: Dr. Thanh-Thu Phan Tan, Leibniz Ծä Hannover
Thema: In dem Webinar lernen die Teilnehmenden Feedback-Methoden für den Präsenzunterricht und etwas darüber, wie sie das Feedback von Studierenden zum Lernprozess einholen und nutzen können, um ihre Lernerfahrung zu verbessern.
Termin: Mittwoch, 17. Dezember 2025 | 13.30–15.00 Uhr
Referent*in: Mgr. Jarmila Blahová, PhD., Slovak ɫƵ of Technology
Thema: Dieses Webinar untersucht, wie die Prinzipien der Nudge-Theorie in Lehrveranstaltungen angewendet werden können, um die Motivation, das Engagement und das Selbstbewusstsein der Studierenden zu fördern – insbesondere beim Unterrichten von psychologiebezogenen Fächern in technischen Bereichen. Auf der Grundlage von Erfahrungen aus erster Hand an der Fakultät für Materialwissenschaften und Technologie der Slovak ɫƵ of Technology bietet die Sitzung eine praxisorientierte Perspektive auf die Schaffung integrativer und dynamischer Lernumgebungen, die Studierende aktiv in ihre persönliche und akademische Entwicklung einbeziehen.
Anstatt sich ausschließlich auf traditionellen Unterricht zu verlassen, betont der in diesem Webinar vorgestellte Lehransatz subtile, strukturierte „Anstöße” ("Nudges"), die die Studierenden dazu ermutigen, ihre Komfortzone zu verlassen, über ihre Lernprozesse nachzudenken und psychologische Theorien auf reale Kontexte anzuwenden. Durch eine sorgfältig zusammengestellte Mischung aus verschiedenen Themen, persönlichen Herausforderungen, Reflexionsaufgaben und teamorientierten Aktivitäten werden die Studierenden dazu angeleitet, wichtige Fähigkeiten wie Selbstpräsentation, Kommunikation, emotionale Bewusstheit und Resilienz zu entwickeln.
Die Teilnehmer lernen praktische Strategien für die Gestaltung und Moderation von Unterrichtseinheiten kennen, die verschiedene Lernstile unterstützen und die Eigenverantwortung der Schüler für den Lernprozess fördern. Das Webinar befasst sich auch damit, wie psychologische Theorien – wie Motivation, Selbstbestimmung und Verhaltensänderung – zu effektiven pädagogischen Entscheidungen beitragen können.
Am Ende der Sitzung werden die Teilnehmenden:
Diese Sitzung ist besonders relevant für Lehrende, die daran interessiert sind, ihre Lehreansprechender, psychologisch fundierter und auf die vielfältigen Bedürfnisse ihrer Studierenden im heutigen Hochschulwesen zugeschnitten zu gestalten.
Termin: Mittwoch, 28. Januar 2026 | 13.30–15.30 Uhr
Referent*in: Colin Mackenzie, Institut Mines-Télécom
Thema: Unsere Identität als Lehrende entsteht aus einer Vielzahl von Einflüssen. Nur selten hinterfragen wir, welche das sind und wie sie unsere pädagogischen Entscheidungen beeinflussen. In diesem zweistündigen Workshop werden wir untersuchen, wie sowohl unsere Persönlichkeit als auch unsere Sicht auf uns als Lehrende die Lehre beeinflussen, wie dies mit dem Konzept des möglichen zukünftigen Selbst zusammenhängt und wie wir uns bewusst zu der Lehrperson entwickeln können, die wir sein möchten.
Datum: Mittwoch, 25. Februar 2026 | 13.30–15.00 Uhr
Referentinnen: Deborah Sielert (TIB, Leibniz Ծä Hannover), Dr. Lena Greinke (Leibniz Ծä Hannover)
Thema: Begriffe wie Open Science und Open Access werden oft mit Forschung und Publikationen in Verbindung gebracht. In dieser Sitzung wird Open Science als Schlüsselkompetenz und innovative Praxis für Hochschullehrende vorgestellt. In internationalen Lehrkontexten wie EULiST werden Zugangsbarrieren wie Paywalls relevant. Frei lizenzierte Materialien sind für alle verfügbar und tragen dazu bei, Bildungsungleichheiten zu beseitigen.
Der Vortrag untersucht die Möglichkeiten von Open Science aus der Perspektive von Hochschullehrenden und Studierenden. Außerdem wird der Unterschied zwischen geschlossenen und offenen Lizenzen für Lehrmaterialien – wie wissenschaftliche Publikationen, Lehrbücher, Präsentationen, Skripte, Forschungsdaten und audiovisuelle Medien – erläutert. Dr. Lena Greinke von der LUH berichtet über ihre Erfahrungen mit der Umstellung ihres challenge-basierten Hybridkurses „Sustainable (Inner-)City Development” auf mehr Offenheit.
Termin: Mittwoch, 25. März 2026 | 13.30–15.00 Uhr
Referent*in: César Cáceres Taladriz, Associate professor an der Universidad Rey Juan Carlos
Thema: Prof. Cáceres unterrichtet seit 23 Jahren an der URJC und Flipped Learning ist eine seiner beliebtesten Methodiken. Er nutzt den Flipped Classroom seit 2014, wurde beim European Flipped Learning Congress (FlipConSpain 2016) mit dem Preis für die beste Erfahrung im Hochschulbereich ausgezeichnet und erschien in den Top 50 der Flipped-Learning-Lehrkräfte im Hochschulbereich weltweit (Flipped Learning Global Initiative, 2018). Prof. Cáceres ist für die Fortbildungskurse für Lehrkräfte an drei spanischen Ծäen (Universidad de Cantabria, Universidad del País Vasco und Universidad Rey Juan Carlos) verantwortlich und hat Workshops an mehreren anderen Ծäen entwickelt. Derzeit ist er Rektoratsbeauftragter für die EULiST European Alliance an der URJC.
Diese Sitzung bietet eine kurze Einführung in das Konzept des Flipped Classroom, seine Hauptmerkmale und Vorteile sowie einige wichtige Aspekte, die Lehrende bei der Umsetzung berücksichtigen sollten. Eine Diskussion der Methodik durch die Teilnehmenden während der Sitzung ist willkommen. Am Ende der Sitzung werden die Teilnehmer in der Lage sein:
Aufbau der Sitzung (1 Stunde)
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