Dieser Artikel erschien in der Update Lehre vom März 2026.
Onboarding als gemeinsame Aufgabe
Eine gelungene Einarbeitung lebt von zwei Perspektiven – der des Instituts und der der neuen Lehrenden. Während von neuen Kolleg*innen Offenheit und Eigeninitiative erwartet wird, braucht es zugleich eine unterstützende Umgebung im Team.
Entscheidend ist dabei nicht nur was vermittelt wird, sondern auch wie: Welche Informationen sind wann wichtig? Wer sind die Ansprechpersonen? Welche Willkommenskultur soll gelebt werden?
Onboarding ist daher mehr als eine Informationsweitergabe. Es ist ein kontinuierlicher Prozess aus Austausch, Begleitung und Feedback, der die Integration neuer Kolleg*innen erleichtert und Zusammenarbeit sowie Lehrqualität stärkt.
Tipps für Institute: Das Offensichtliche ist nicht immer offensichtlich
Alltägliche Abläufe und „Selbstverständlichkeiten“ sind für neue Kolleg*innen oft nicht unmittelbar verständlich. Was hilft, Missverständnisse zu vermeiden?
Historie sichtbar machen
Was eingespielt wirkt, ist für Neue oft undurchsichtig: Wie greifen Module ineinander? Welche Prüfungsformate sind üblich – und warum? Hilfreich sind kurze Curriculum-Übersichten, Modul-Maps oder ein gemeinsamer Blick ins Modulhandbuch, um Zusammenhänge früh zu erklären.Kultur ansprechbar machen
Teamkultur erschließt sich nicht aus Ordnungen: Wie wird kommuniziert? Wie offen werden Lehrideen diskutiert? Mentoring- oder Tandemmodelle erleichtern den Einblick in informelle Abläufe und „ungeschriebene Regeln“.Klare Anlaufstelle benennen
Verlässliche Kontaktpersonen wirken Wunder. Viele Fragen brauchen nicht den großen Verteiler, sondern eine konkrete Anlaufstelle. Kompakte und strukturierte Informationssammlungen für neue Lehrende helfen, Ansprechpersonen und typische Themen sichtbar zu machen. Eine anpassbare Checkliste sowie ein Onboarding-Leitfaden stehen auf der Website „Neu in der Lehre“ zur Verfügung.Bedarfen begegnen
Neue Lehrpersonen bringen unterschiedliche Erfahrungen mit. Gleich zu Beginn sollte erfragt werden, welche Erwartungen und Wünsche die betreffende Person im Bezug auf ihr Onboarding mitbringt.
Tipps für neue Lehrende: Orientierung vor Optimierung
Frische Perspektiven bereichern die Lehre. Gleichzeitig gilt es zunächst, sich an der LUH, im Institut und in der Rolle als Lehrperson zu orientieren. Eigeninitiative und strukturierte Vorbereitung helfen dabei.
Orientierung finden – organisatorisch und inhaltlich
Zentrale Angebote unterstützen beim Einstieg: z. B. der Onboarding-Leitfaden oder die hochschuldidaktische Einführungsveranstaltung „Neu in der Lehre“ . Ab April 2026 steht auch das Selbstlernmodul „Pro Lehre Kompakt“ zur Verfügung, das Sie unter anderem in der Lehrveranstaltungsplanung und -durchführung unterstützt.Erst verstehen, dann verändern
Bevor Lehrformate angepasst werden, lohnt sich der Blick auf das Gesamtcurriculum. Modulhandbuch oder Gespräche im Modulteam helfen zu klären, welche Rolle die eigene Veranstaltung spielt. Oder schauen Sie Ihren Kolleg*innen über die Schulter: Hospitationen in Lehrveranstaltungen geben einen Einblick in Gesamtzusammenhänge und die Lehre in Ihrem Fachbereich.Feedback zum Prozess geben
Ein Onboardingprozess kann besser optimiert und aktuell gehalten werden, wenn neue Lehrende konstruktives Feedback zurückmelden. Kommunizieren Sie, was Ihnen im Onboardingprozess besonders geholfen hat – und wo Sie Lücken erkannt haben. Machen Sie zum Beispiel Notizen im Onboarding-Leitfaden, um den Prozess für zukünftige Kolleg*innen zu verbessern.
So klar die Bedeutung guter Lehre ist – im universitären Arbeitsalltag konkurriert sie mit Drittmittelanträgen und Publikationsfristen, manchmal auch mit Gremienarbeit und Personalverantwortung. Gutes Onboarding kann hier gegensteuern: Wer früh Orientierung erhält, spart Abstimmungsaufwand, reduziert Unsicherheiten und gewinnt Freiräume für die inhaltliche Gestaltung. Lehre wird nicht weniger anspruchsvoll – aber sie wird planbarer.
Um den Einstieg zu unterstützen bietet die LUH zahlreiche Informations- und Qualifizierungsangebote an – von Checklisten und Leitfäden über Einführungsveranstaltungen bis hin zum Selbstlernangebot „Pro Lehre kompakt“. Eine Übersicht finden Sie unter: