Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung fördern die Kooperation von israelischen und niedersächsischen Hochschulen im Förderprogramm zukunft.niedersachsen. In dieser Runde werden insgesamt acht herausragende gemeinsame Forschungsprojekte im Bereich der Lebenswissenschaften unterstützt. Eines davon ist ein Forschungsvorhaben in den Pflanzenwissenschaften, das sich mit pflanzlichen Hormonen, den so genannten Gibberellinen, befasst. Ziel ist es, eine Methode zu entwickeln, um den Anbau von Pflanzen in der Landwirtschaft maßgeschneidert steuern zu können. Die Fördersumme liegt bei rund 530.000 Euro. Beteiligt sind zwei Gruppen der Leibniz Ծä Hannover (Prof. Dr. Jakob Franke, Institut für Botanik/Biomolekulares Wirkstoffzentrum und Prof. Dr. Russell Cox, Institut für Organische Chemie/Biomolekulares Wirkstoffzentrum) sowie eine Gruppe aus Israel (Prof. Roy Weinstain, Ծä Tel Aviv).
Gibberelline sind pflanzliche Hormone, die in Pflanzen unter anderem das Wachstum, die Keimung und die Fruchtbildung kontrollieren. Daher werden diese pflanzlichen Hormone vielseitig in der Landwirtschaft eingesetzt. Um das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen zielgenau zu steuern, muss die biologische Aktivität dieser Hormone in der Natur genau reguliert werden. Es gibt erste Hinweise, dass dies möglicherweise durch das Anheften von Zuckern erfolgt. Anders als bisher bekannte Steuerungsmechanismen hätte dieses den Vorteil, dass der Vorgang leicht rückgängig gemacht werden kann, wodurch Gibberelline gezielt aus- und wieder angeschaltet werden könnten. Im Projekt soll untersucht werden, ob und wie Gibberelline tatsächlich mit Zuckern geschaltet werden können. Dadurch soll es langfristig einfacher werden, den Anbau von Pflanzen in der Landwirtschaft maßgeschneidert zu steuern. So könnte zum Beispiel möglich werden, Tomaten oder Obst gezielt zu beeinflussen, damit sie etwa von der Form her anders wachsen und an neue Anbausysteme wie Vertical Farming angepasst werden können.
In der aktuellen Förderrunde werden die acht Projekte mit insgesamt rund vier Millionen Euro gefördert. Das Ministerium und die Stiftung unterstützen mit der gemeinsamen Initiative „Forschungskooperation Niedersachsen – Israel“ seit 1977 den wissenschaftlichen Austausch zwischen niedersächsischen und israelischen Forschungseinrichtungen. Das Programm ist in die drei Fachgruppen „Geistes- und Sozialwissenschaften“, „Bio- und Lebenswissenschaften, Medizin“ sowie „Naturwissenschaften, Mathematik, Ingenieurwissenschaften“ aufgeteilt, die im jährlichen Wechsel gefördert werden. Von der LUH werden seit vielen Jahren immer wieder zahlreiche Projekte ins Programm aufgenommen. Derzeit werden außer dem Projekt „Unravelling Gibberellin Glucosylation as an Overlooked Layer of Plant Hormone Regulation” noch vier weitere aktuelle Kooperationsprojekte der LUH mit israelischen Institutionen unterstützt.